Rasse- und Zuchtinfos









Der mittelhochdeutsche Name dieser Rasse bedeutet soviel wie ,,Wächter der Habe und des Hofes". 1937 wurde der Hovawart offiziell als Rasse, 1964 als Gebrauchshund anerkannt. Als Ursprungsland des Hovawartes gilt Deutschland. Hierzulande dürfte es derzeit etwa 12.000 Hovawarte geben.

Der Hovawart ist als agiler Gebrauchshund mit hervorragender Nasenveranlagung und für alle Arten des Hundesports geeignet. Vor allem aber ist er ein wachsamer Familienhund mit natürlichem Schutztrieb, der durch seine große Intelligenz und seine Lernbereitschaft besticht. Er ist ein mittelgroßer, kräftiger, gestreckter Hund mit schönem Langhaar. Er hat ein vollständiges Scherengebiß und dreieckige, am Kopf anliegende Behänge. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 63-70 cm, Hündinnen von 58-65 cm. Das Gewicht liegt je nach Geschlecht zwischen 30 bis 50 kg. Drei Farbschläge sind zugelassen: Schwarzmarkene Hovawarte sind am häufigsten vertreten, gefolgt von blonden und schwarzen. Das Haarkleid ist besonders ausgebildet an der Brust, den Hosen, den Vorderläufen und an der buschigen Rute.

Der Hovawart zeigt eine ausgeprägte Bindung an seine Bezugspersonen. Eine ständige Zwingerhaltung ist daher für ihn ungeeignet. Bereits beim Züchter optimal geprägt, kann er ein großer Kinderfreund sein. Der erwachsene Rudelführer muß jedoch bei der Hovawart-Erziehung stets das letzte Wort haben. Seinem großen Beschäftigungs- und Bewegungsbedürfnis muß in jedem Falle Rechnung getragen werden, um den Hovawart seelisch und körperlich auszulasten.
 

Zuchtziele

Aus diesen unterschiedlichen Ursprüngen und Zielsetzungen wurden im Laufe der Zeit gemeinsame Zuchtziele entwickelt, die sich im fortschreitenden Zuchtgeschehen verfestigten. Mit Beitritt der Hovawart Zuchtgemeinschaft Deutschland e.V. (HZD) in den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und der Federation Cynologique Internatinal (FCI) wurde eine einheitliche Zuchtordnung beschlossen.

 
Hohe Reizschwelle

Etwa jeder dritte Hovawartwelpe kommt zwischenzeitlich aus der Zucht der HZD. Der Hovawart der HZD ähnelt auch heute noch in vielen Punkten den Vorstellungen des Herauszüchters der Rasse K.F. König, indem er ohne jede Abrichtung und Ausbildung selbständig Notsituationen einschätzen und beurteilen kann. Er hat auch heute noch eine hohe Reizschwelle , um mit den vorhandenen schwierigen, oft hektischen Umweltsituationen problemlos zurechtzukommen. Der HZD - Hovawart verfügt über eine angeborene Gelassenheit, die mit einem groben, derben Typ einhergeht.
   

Anforderungen

Deshalb werden zur Erreichung dieser Zuchtziele qualifizierte Anforderungen sowohl an die Züchter als auch an die zur Zucht eingesetzten Hunde gestellt. Aus diesem Grunde werden keine Hovawarte zur Zucht zugelassen, die erbliche Defekte insbesondere Hüftgelenksdeformationen (HD) aufweisen. Maßnahmen zur Kontrolle der Zucht sind im wesentlichen Zuchtschauen sowie Körungen/Zuchttauglichkeitsprüfungen , um den Hovawart hinsichtlich des standardgemäßen Erscheinungsbildes und seiner Wesensveranlagung zu überprüfen.

 

Zwingerkontrolle

Die in der HZD ansässigen rd. 260 Züchter sind zu einer artgerechten und sozial verträglichen Aufzucht ihrer Welpen verpflichtet. Zur Kontrolle dieser Aufzuchten werden von besonders ausgebildeten Zuchtwarten Zwingerkontrollen, Wurfbesichtigungen und Wurfabnahmen vorgenommen. Zur Erhaltung, Förderung und Erbgesundheit der Rasse werden Deckrüden grundsätzlich für nur 5 Deckakte in ihrem Leben zugelassen. Hündinnen sind nur bis zu einem Lebensalter von 8 Jahren in der Zucht und dürfen höchstens 6 Würfe aufziehen. Jedem in Züchterseminaren geschulten Züchter der HZD werden wegen einer optimalen Welpenaufzucht höchstens 2 Würfe im Jahr gestattet, die zeitlich auseinander liegen müssen.
Durch seine wertvollen, speziellen Veranlagungen und Eigenschaften ist der Hovawart der HZD ein bewegungsfreudiger, selbstbewußter, arbeitsfreudiger und oft eigenständig handelnder Individualist.
     
Er ist kein "Jedermannshund", sondern muß mit Geduld, Konsequenz und viel Zuwendung erzogen werden. Dabei ist er jedoch auch sensibel und seinen Menschen ein ausgesprochen anhänglicher Partner .